Wie funktioniert die Klangregelung beim Verstärker 

Die Bezeichnung und der Regelbereich der Potentiometer („0“ bis „10“) signalisieren dem Gitarristen, dass die Klangregelung eines Verstärkers die drei Frequenzbereiche (Bässe, Mitten, Höhen) beim Heraufregeln betont und zwar ohne Beeinflussung der Nachbarbereiche. Aber weit gefehlt.

Im Netz findet sich eine schöne Erklärung der Zusammenhänge. Ich verkürze die Aussagen und konzentriere mich auf das, was ich für  die Nutzung der 3 Klangregler in der Praxis im Hinterkopf behalten habe.

Höhen: Dieser Klangregler ist letztendlich ein Balance-Regler zwischen Höhen und Mitten/Bässsen. Ich senke beim Herunterregeln gar nicht die Höhen ab, sondern ich verschiebe mit dem Regler den Schwerpunkt im Klang in Richtung Mitten/Bässe (und blende die Höhen auf diese Weise mehr und mehr aus). Damit ist klar, dass der Regler für die Höhen üblicherweise im oberen Bereich (~“7″) stehen wird (~ leichtes Ausblenden). Beim Einstellen eines unbekannten Verstärkers empfiehlt es sich also, vom Maximum aus zu starten.

Bässe: Das Heraufregeln dieses Reglers fügt dem Klang nicht mehr Bässe, sondern tiefere Bässe hinzu. Das ist bei Gitarristen nur bis zu einem gewissen Grad erwünscht. Sehr schnell klingt es dann dumpf, mumpfig, …. Der Regler bleibt daher üblicherweise im ersten Drittel des Regelwegs (~“3″). Beim Einstellen eines unbekannten Verstärkers empfiehlt es sich also, vom Minimum aus zu starten.

Mitten: Der Mitten-Regler ist, technisch gesehen, die dritte und letzte Station für das Gitarrensignal. Da durch die beiden vorherigen Stufen ein „Mittenloch“ erzeugt wurde, bietet dieser Regler die Möglichkeit, das Loch (mehr oder weniger) zu füllen. Im Maximum ist das (bei amerikanischen Verstärkern immer vorhandene) Mittenloch so flach, wie es die Konstruktion zulässt, aber noch vorhanden!  Beim Herabregeln wird nicht nur das Mittenloch tiefer, sondern auch der Verstärker leiser, da dieser Regler auf der einen Seite das komplette Signal erhält, auf der anderen Seite aber beim Herabregeln immer mehr Anteile in Richtung Masse, und damit ins Lautstärke-Nirvana verschiebt. Damit ist klar, dass der Regler für die Mitten üblicherweise im oberen Bereich (~“7″) stehen wird. Beim Einstellen eines unbekannten Verstärkers empfiehlt es sich also, vom Maximum aus zu starten.

Da die Regler technisch gesehen Drehwiderstände sind, ändert sich ihr Wert beim Verstellen. Da die drei Regler darüber hinaus auch noch eine Kette bilden, kann es durchaus sein, dass das Verstellen eines der Regler einen Einfluss auf die Wirkung der anderen Klangregler hat. Die Wirkung fällt nicht dramatisch aus, kann aber zu kleinen Nachjustierungen bei Höhen und Bässsen führen. Am Ende hat man im Idealfall den ausgewogensten Kompromiss.

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